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Aus der Reihe ziemlich gute Rabenmutter: Warum ich kein Problem mit dem Preis „Spitzenvater des Jahres“ habe.

Warum ich kein Problem mit dem Preis „Spitzenvater des Jahres“ habe? Weil es mich, meine Art zu Leben, mich mit meinen Kindern zu beschäftigen, für sie da zu sein oder eben auch nicht da zu sein um arbeiten zu gehen in KEINSTER WEISE diskreditiert. Zugegebener Maßen musste auch ich schmunzeln und fand die Formulierung nicht sehr passend, dass eine Frau etwas nur tun kann weil der Mann daheim bleibt. Natürlich ist das ein Baustein, aber Studium, Promotion, hartes Arbeiten etc. sind der eigentliche Grund, dass nun SIE ins All fliegt und nicht irgendwER. Ich frage mich aber warum sich so viele durch den Preis angegriffen fühlen? Ich bekomme doch nichts weniger weil diese Familie den Preis bekommt. Wohlgemerkt verstehe ich es tatsächlich als Familienpreis. Jede Mutter (leider waren kaum motzenden Väter zu lesen, wobei die dann ja wegen der Vergleichbarkeit hätten noch lauter schreiben müssen) die sich dadurch angegriffen oder benachteiligt fühlt verstehe ich nicht. Jeder ist doch für sein Leben verantwortlich und kann nach seinen Bedürfnissen Leben. Diese Entscheidungen sind doch als Familie zu treffen, keine Frau und keine Mann können in einer Familie Entscheidungen von solcher Tragweite unabhängig voneinander treffen. Ich weiß wie es ist mit Kindern zu studieren, ich weiß wie es ist mit Kindern zu arbeiten, es ist eine bewusste Entscheidung die immer mit Verzicht und gleichzeitig mit Gewinn einhergeht. Ich verzichte bewusst auf Zeit mit meinen Kindern (oft auch auf Geld) und Gewinne einen breiteren Horizont weil sich meine Welt wieder vergrößert. Ich WOLLTE nach 8 Wochen wieder arbeiten und ich bin gegangen. Wir haben keinen Preis bekommen und das ist auch gut so, aber ja es ist immer noch eher die Ausnahme wenn sich die Väter kümmern, aber nicht weil Sie es nicht wollen oder nicht können, nein oft auch weil die Mütter in den ersten Jahre zu Hause bleiben, als bewusste Entscheidung und auch das ist gut so. Ich persönlich würde mir wünschen, dass ich mich nicht rechtfertigen müsste, warum ich arbeiten möchte und mein Mann zu gleichen Teilen die Kinder betreut. Ich finde es normal, ich finde es gut. Und solange wir überhaupt darüber reden müssen, finde ich solche Preise super, denn sie lassen uns darüber diskutieren. Was ich aber richtig mies finde ist das was andere erreicht haben madig zu machen, sich darüber aufzuregen und die eigenen Unzufriedenheit da hinein zu projizieren. Wir, gerade wir Frauen und Mütter wollen in allem Gleich sein, wollen Karriere, Anerkennung, das gleiche Gehalt und am liebsten im Stehen pinkeln können, können es uns aber meist nicht vorstellen, nach 8 Wochen wieder zu Arbeiten und den Säugling (man kann stillen und arbeiten) beim Vater lassen. Nicht der Preis den ein Vater dafür bekommt weil er Elternzeit nimmt ist das Problem, sondern dass wir selten zufrieden sind. Wir wollen oft zu viel. Wollen oft Unmögliches, denn die Physik lässt es derzeit nur zu an einem Ort gleichzeitig zu sein. Wir müssen uns entscheiden und dann sollten wir dazu stehen und glücklich sein. Der Preis, der Vater, das All und die Familie haben mit der eigenen Situation NICHTS zu tun.

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